Vor vier Monaten reiste ich in dieses Land. Mein Kopf war voll mit Dingen, die man über Russland zu wissen glaubt. Ich dachte an Wodka, Putin und Kälte. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde. Vier Monate sind wie im Flug vergangen. Ich habe tausend Dinge erlebt und dieses Land, diese Kultur lieben gelernt. Selbst die Seiten Russlands, die eigentlich furchtbar sind, habe ich ins Herz geschlossen. Wer braucht schon freundliches Servicepersonal? Oder Trinkwasser aus dem Wasserhahn? Zebrastreifen und MÜlltrennung werden sowieso überbewertet. Vor vier Monaten dachte ich, in einer anderen Welt gelandet zu sein. Und jetzt komme ich mir hier zuhause vor. Kann mir etwas anderes kaum vorstellen.
Lebenszeichen
Mai 12, 2008Keine Angst, ich bin nicht verschollen. Die ausbleibenden Blog-Updates erklären sich durch eine stressige Woche in Petersburg, eine erneute unfreiwillige Ausreise und der anschließende Besuch meiner Familie in Russland. In den nächsten Tagen werde ich jedoch versuchen, ein paar Eindrücke der letzten drei Wochen niederzuschreiben.
Lost in translation …
April 16, 2008Trotz allen wunderbaren Dingen, die ich in diesem Land erleben darf, wäre es falsch zu sagen, dass es immer leicht ist. Denn die Zeit hier ist trotz allem kein Spaziergang. An manchen Tagen scheint die Sonne, und an anderen Tagen fühle ich mich in den tiefsten Winter zurückversetzt. Nicht nur, was das Wetter betrifft.
Aprilwetter
April 13, 2008Das Wetter hält jeden Tag eine andere Überraschung bereit: von frühlingshaft warm über regnerisch kühl bis windige Kälte reicht das Repertoire. Die Stadtverwaltung ist hier entscheidungsfreudiger, der Winter nun offiziell vorbei. Da keine Gefahr der Vereisung mehr besteht, werden die Brücken über die Newa nun jede Nacht geöffnet, damit große Schiffe passieren können. Nun ist die Jahreszeit des Tourismus angebrochen.
Vor der Kasaner Kathedrale starten Stadttouren und am Newski Prospekt können Exkursionen zu den Schlössern in Peterhof oder Puschkin gebucht werden. Auf den Kanälen fahren schon die Boote und auch an der Newa starten Ausflugsschiffe. In den Fußgängerzonen werden Sonnenterrassen aufgebaut und auch an das Stadtbild wird gedacht: zur Zeit bekommen alle Straßenlaternen einen neuen, tiefschwarz glänzenden Anstrich. Den Rest des Beitrags lesen »
Kein Aprilscherz!
April 1, 2008Am heutigen Abend fand an unsere Fakultät eine – für mich – recht sonderbare Veranstaltung statt. Zwei Studententeams und ein Professorenteam traten in einem Wettkampf gegeneinander an. Gegenstand des Wettstreits: Spaß!
In verschiedenen Disziplinen treten die Teams gegeneinander an und versuchen, das Publikum dabei zum Lachen zu bringen. Dabei wechseln geplante Sketche und Kabarett mit spontanen Aufgaben, die die Kandiaten zu bewältigen haben, ab. Die Darsteller werden dabei von den zusehnden Studenten lautstark unterstützt. So wird auf der Bühne getanzt, gesungen und gespielt. In den verschiedenen Sketchen werden von Putin bis zum Rektor alle durch den Kakao gezogen. Auch die Professoren und die russische Medienlandschaft werden dabei nicht verschont. Die Professoren reimen was das Zeug hält und schmeißen sich für ihr Kabarett auch schon in Pyjamas und Bademäntel. Stelle sich das einer bei uns vor! (Nur bitte nicht zu plastisch.)
Am Ende entscheidet eine Jury über den Gewinner des Wettbewerbs. Heute gewann das Team der Studenten aus dem zweiten Studienjahr. Die schrägen Tanzeinlagen waren dafür wohl ausschlaggebend…… Ich konnte zwar lange nicht alle Witze verstehen, war aber schon froh, wenigstens ein paar davon verstanden zu haben und so mitlachen konnte. Zudem waren die meisten Dinge auch ohne Verständnis der russischen Sprache schon lustig genug.
(Video folgt in Kürze)
Verfasst von irisburtscher
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