Lange Nacht der Museen

Auch hier in St. Petersburg findet ein Mal jährlich eine „Lange Nacht der Museen“ statt. Für etwa vier Euro konnte man diesen Samstag zwischen 18.00 und 1.00 Uhr nachts 20 verschiedene Museen besuchen. Zudem wurde in jedem teilnehmenden Museum ein spezielles Programm mit zusätzlichen Führungen und Veranstaltungen angeboten. Drei Shuttlebusse verbanden die Plätze. Diese Chance wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und wählte aus der Liste ein paar Orte aus, an denen ich bis jetzt noch nicht war: das Anna Achmatova-Museum, der Eisbrecher Krasin und der städtische Zoo. Aufgrund der geografischen Nähe wurden aber auch das Roerich-Museum und das Schiffsmuseum in die Tour aufgenommen.

Am Außergewöhnlichsten war dabei sicher der Besuch im Tierpark. Normalerweise besucht man den Zoo ja untertags. Als wir gegen elf Uhr dort ankamen, dämmerte es jedoch und die Eisbären schliefen schon. Obwohl mir meine Mitbewohnerin am folgenden Tag versicherte, dass ein neuer Zoo mit großen Gehegen schon fast fertig gestellt war, war ich wahnsinnig schockiert über die Größe der Käfige. Ein riesiger Löwe war in einem winzigen Gehege untergebracht, dass wahrscheinlich nicht halb so groß wie mein Zimmer war. Das gleiche Schicksal erlitten der Jaguar, der Tiger, sowie sämtliche anderen Tiere. Das einsame Krokodil hatte nicht einmal genug Platz, dass es sich ordentlich umdrehen könnte.

Da die Wege nicht beleuchtet wurden, war es im Laufe der Zeit ein wenig schwierig, sich zurechtzufinden, und auch die Tiere konnten im Freien nur noch schemenhaft erkannt werden. Nachdem wir den Reptilienbereich, der in einem Gebäude untergebracht war, verlassen hatten, war es endgültig stockfinster geworden. Nachdem wir noch ein wenig in der Dunkelheit umhergetappt waren, die Suche nach den Kängurus jedoch erfolglos blieb, beendeten wir die Museumsnacht.

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