Auf Dostojewskijs Spuren
Nachdem ich nun endlich sowohl “Schuld und Sühne”, als auch “Der Spieler” von Dostojewskij fertig gelesen habe, besuchte ich nachmittags das Museum über einen der (zu recht) berühmtesten russischen Schriftsteller. Es ist in St. Petersburg in der Wohnung untergebracht, in der Dostojewskij zuletzt mit seiner Familie lebte.
Nachdem ich der Dame an der Kasse meinen russischen Studentenausweis vorlegte, bekam ich gratis eine Eintrittskarte. Ausländische Studenten müssen fünf Euro bezahlen, deshalb war ich froh, nicht enttarnt worden zu sein. Im 1. Stock konnte man um 20 Rubel Kassettenrecorder ausleihen, die einen durch die Ausstellung führten. Nachdem ich höflich fragte, ob diese denn auch in deutscher Sprache vorhanden wären, verdoppelte sich der Preis schlagartig. Die ältere Dame hatte dann wohl Mitleid oder ein schlechtes Gewissen, jedenfalls gab sie mir den Recorder zum “russischen” Preis. In Russland ist es ganz normal, dass Ausländer für Eintritte in Museen oder Theater prinzipiell das mehrfache für die gleiche Leistung bezahlen.
Die ehemalige Wohnung im 2. Stock enthält zwar leider nur mehr wenige der originalen Möbelstücke, dafür wurde sie aber so gut es ging nachgebildet und man findet zahlreiche andere Besitztümer der Dostojewskijs: Fotos, Bilder, Spielzeug der Kinder, Notizen des Schriftstellers,…. Der Audioguide führte mich so von Raum zu raum und fütterte mich mit Informationen. Leider spuckte er über den Ausstellungsraum im 1. Stock keinerlei Informationen aus. Hier waren scheinbar recht wahllos Notizen und Malereien der Orte, die Dostojewskij besucht hatte, an den Wänden aufgehängt. Außer sehr kargen Informationen auf russisch waren dem Raum leider keine weiteren Erklärungen zu entlocken.
Da mir eine gute Freundin schon wochenlang von diesem Museum vorgeschwärmt hatte, war ich schon ein wenig enttäuscht über die recht bescheidene Ausstellung. Aber den Geist Dostojewskijs findet man ohnehin nicht in einem Museum, sondern nur in seinen Büchern.
Mein nächstes Vorhaben: Tolstois “Anna Karenina” …