
Die Möwe
Februar 29, 2008
VN in Russland?
Februar 28, 2008Diese Woche nimmt eine Gruppe von Moskauer Studenten an einer Konferenz an unserer Universität teil. Da mich eine Professorin dazu eingeladen hatte, hörte ich mir die Vorträge der Studenten über internationale Medien an. Lustigerweise war dabei zwei Mal die österreichische Medienlandschaft das Thema. Sogar die Vorarlberger Nachrichten fanden darin Erwähnung. Ein wenig ärgerte es mich aber, dass ich den Vorträgen eben nur ungefähr folgen konnte und viele Aussagen eben nicht verstand. Ich bin aber positiv überrascht darüber, wie intensiv sich die Studenten mit ausländischen Medien auseinandersetzen. Meiner Meinung nach viel stärker, als das in Österreich der Fall ist. Es wird bei uns zwar viel über die nicht existente Pressefreiheit gelästert, aber nur wenige wissen wirklich über russische Medien Bescheid.
Russendisko
Februar 25, 2008Um den Geburtstag einer Arbeitskollegin Christians zu feiern, gingen wir am Abend in die russische Disko „Achtung Baby“. Nein, der Name ist nicht übersetzt, er wurde wohl vom gleichnamigen U2-Album übernommen.
Die hohen Räume des Clubs errinnern ein wenig an eine Kirche. Die Bars, die Bühne und die Tischfußballtische lassen den Eindruck aber schnell vergessen. Gemeinsam stießen wir auf den Geburtstag von Ira an. Eigentlich zum zweiten Mal: da der russische Kalender 13 Tage hinter dem gregorianischen Kalender ist, kann man so zwei Mal Geburtstag feiern. Nach ein paar Partien am Tischfußballtisch, bei denen ich meist haushoch gewann, wurde noch bis in die frühen Morgenstunden getanzt. Während anfänglich noch schwarz-weiße Stummfilme im Hintergrund an die Wand projeziiert wurden, wurden es allmählich Erotikstummfilme und schlußendlich waschechte Pornos – Stummfilm und in schwarzweiß! Es war ein klein wenig irritierend, dazu das Tanzbein zu schwingen. Aber auch die Russen versicherten mir, dass dies nicht typisch russisch sei.
В бане
Februar 24, 2008Am Sonntag machten meine Mitbewohnerin Hanna und ich uns auf, um eine weitere russische Tradition kennen zu lernen: die Баня (sprich Banja), ein öffentliches Badehaus. Mit der Metro fuhren wir ein paar Stationen aus der Stadt hinaus, um danach in klirrender Kälte und Schneegestöber das Badehaus zu suchen. Da wir leider keine genaue Wegbeschreibung dabei hatten, dauerte es auch eine enstprechende Zeit und wir waren beide sehr froh, als wir die wohlige Wärme der Баня erreichten.
Eine Баня ist sehr entfernt so etwas ähnliches wie eine kleine Therme, nur ohne Schwimmbecken. Es befindet sich zwar eines im gleichen Haus, aber ist nicht direkt angeschlossen. Der Sinn der Баня ist auch weniger Wellness, sondern mehr Körperhygiene. Früher hatten viele Wohnungen keine eigenen Bäder und so war die Banja der Ort, wo sich viele Russen duschten und wuschen. Auch heute ist das noch teilweise der Fall.
Nachdem man seinen Mantel in der Garderobe abgegeben hat, betritt man -je nach Geschlecht- den jeweiligen Bereich. Männer- und Frauenbereiche sind hier strikt getrennt, und das hat auch gute Gründe. Nachdem man 15 Rubel Eintritt (einen halben Euro) für zwei Stunden Aufenthalt bezahlt hat, bekommt man ein Schließfach zugewiesen (dass sich allerdings nicht versperren läßt). Nachdem man sich dann völlig entkleidet hat, betritt man -ohne Handtuch- die Nassräume und somit eine andere Welt. Auf circa 50 Quadratmetern tummeln sich hier zwei Dutzend Russinnen in allen Altersklassen, Jugendliche genauso wie alte бабушки (sprich: babuschki, russisches Wort für Großmütter, wird aber generell für ältere Menschen gebraucht). Die Russinnen gehen hier intensiv der Körperpflege nach. Hier wird eingeseift was das Zeug hält, unermüdlich werden Bottiche mit Waser gefüllt um sie gleich darauf über sich zu ergießen.
Anfänglich ist der Anblick leicht irritierend: hier eine Frau die sich ungestört rasiert, dort zwei ältere Frauen, die sich gegenseitig nicht gerade sanft mit Peelingschwämmen abrubbeln. In der Ecke widmet sich eine andere Russin gerade der Pediküre, während sich eine junge Frau gerade die Haare wäscht.
Jede Person besetzt hier eine kleine Holzbank. Die Hälfte davon wird mit einer Sitzunterlage ausgekleidet, auf der anderen Hälfte werden der Wasserbottich und allerlei Pflegeutensilien abgestellt. Hanna und ich merkten bald, dass wir für den Besuch der Баня wohl recht karg ausgestattet waren: wir hatten weder spezielle Sitzmatten, noch Peelinghandschuhe oder Luffaschwämme dabei. Deshalb beschlossen wir, uns erst in der Sauna aufzuwärmen. Diese ähnelt auf den ersten Blick auch dem, was ich bisher unter einer Sauna verstanden habe. Nur ist der Raum viel größer und die die Sitzeben ist höher angelegt, man erreicht sie über eine Treppe. Die russischen Saunarituale sind allerdings auch sehr verschieden: die meisten tragen dabei einen speziellen Filzhut, wahrscheinlich um schneller ins Schwitzen zu kommen, vermute ich. Lustigerweise sah ich auch eine Frau, die einen Filzhut vom Oktoberfest in München trug. In der Sauna entspannt man sich hier aber nicht nur gemütlich. Seltsamerweise schlagen sich die Russen hier selbst mit Zweigenbündel. So wird langsam der ganze Körper mit Hieben bearbeitet. Soll wohl die Durchblutung anregen…
Nach dieser weiteren interessanten Erfahrung gaben wir uns dann auch der Körperhygiene hin und wuschen uns, schütteten Bottiche voll Wasser über uns und versuchten dabei, so wenig wie möglich aufzufallen. Nach der ausgiebigen Pflege ruhten wir uns neben den anderen Frauen im Umkleideraum aus. Hier steht auch ein Wasserkocher, der zur freuen Verfügung steht. Wenn man selbst Teebeutel und Tassen mitnimmt, kann man hier auch noch eine Teepause einlegen. Da wir auch darauf nicht vorbereitet waren, genehmigten wir uns den Tee danach im angeschloßenen Kaffee und merkten dort auch, dass wohl im Männerbereich der Баня eine andere Form der Flüßigkeitsaufnahme üblich ist: Bier.
Männertag
Februar 23, 2008Der 23. Februar ist in Russland ein offizieller Feiertag: Tag der Männer. Eigentlich wurde der Tag ja ins Leben gerufen, um die Dienste der Wehrdienstleistenden zu honorieren (also auch der Frauen im Heer). Im Laufe der Zeit hat sich die Funktion des Feiertages aber geändert.
Eine praktische Einrichtung in Russland: wenn ein Feiertag aufs Wochenende fällt, ist der darauffolgende nächste Arbeitstag automatisch frei.
Wirklich groß wird der Tag aber nicht zelebriert, aber am Abend gab es an der Newa ein Feuerwerk, das ich mir gemeinsam mit meinen Mitbewohnern ansah. Es war ein wenig seltsam, da die Feuerwerkskörper in sehr unregelmäßigen Abständen und mit recht langen Pausen dazwischen abgefeuert wurden und alles insgesamt recht unkoordiniert wirkte. Trotzdem war das Spektakel vor der Skyline der Stadt und den beiden Rostra-Säulen, auf deren Spitze zur Feier des Tages ein Feuer entzündet war, recht schön anzusehen. Da wir alle nach dem langen Aufenthalt in der kalten, windigen Nacht schon ziemlich frierten, wärmten wir uns danach bei einer Tasse Tee in einem nahen Kaffee auf.
Metro und andere Abenteuer
Februar 22, 2008Das Metronetz in St. Petersburg ist eigentlich gut ausgebaut. Es gibt vier verschiedene Linien, die einen an fast jeden Ort der Stadt bringen. Nur gestaltet es sich anfänglich eher schwierig, herauszufinden wo welche Linie abfährt, in welche Richtung sie fährt und wo man umsteigen muss. Stationen sind oft nicht angeschrieben und der Ansager, der in der U-Bahn die nächste Station angekündigt, redet leider so schnell und unverständlich, dass man zu Beginn dabei gar nichts versteht. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber daran.
Wer sich also in St. Petersburg von A nach B bewegen will, benutzt meist die U- Bahn. Da sich in der Fünf-Millionen-Einwohnerstadt recht viele Menschen morgens auf den Weg machen, ist die U-Bahn zu dieser Zeit (und auch zu den meisten anderen Zeiten) mit Menschen voll gestopft. Um also morgens zur Universität zu kommen, quetsche ich mich mit hunderten anderen Menschen durch die Drehkreuze, stehe Bauch an Rücken minutenlang auf der Rolltreppe um unten angekommen fast automatisch in einer Menschenmenge bis in die U-Bahn weiter geschoben werde. Von den prachtvollen Stationen sieht man dabei nicht viel. Das Umsteigen geschieht fast automatisch: Die Menschenmasse schiebt einen irgendwie vor sich her. Bei vielen Stationen hier wartet man an einer schwarzen Tür, die wie die eines Liftes aussieht. Irgendwann öffnet sie sich und die Leute strömen in die U-Bahn hinein. Dabei kann es auch ganz schön grob zugehen, wenn von hinten die Leute kräftig nachschieben, um auch noch Platz im Inneren zu finden. Während der Fahrt steht man dann wie in eine Sardinendose gepresst zwischen dutzenden Menschen und muss manchmal froh sein, wenn man Platz hat, um beide Füße auf den Boden stellen zu können. Der Vorteil dabei ist nur, dass man so wenigstens nicht umfallen kann. Der oft wenig angenehme Geruch der um einen herum gequetschten Leute, der einem oft in die Nase steigt, ist allerdings echt gewöhnungsbedürftig.
Schlimmer allerdings als der morgendliche Andrang ist der Ansturm gegen 17.00 Uhr, wenn die meisten Russen sich nach der Arbeit auf den Heimweg machen. Dann bilden sich meist schon vor den Eingängen zur U-Bahn riesige Menschentrauben.
Russische Medien
Februar 20, 2008Das Problem mit der Bankomatkarte ließ sich am nächsten Tag Gott sei Dank klären Heute fand auch die erste Lehrveranstaltung laut Stundenplan statt. Nebenbei erfuhr ich, dass unsere Universität seit gestern einen neuen Rektor hat. Die bisherige Rektorin wurde „gestürzt“, ihren Platz nimmt jetzt der bisherige Dekan der Rechtsfakultät ein. Zufälligerweise hat er schon Putin und Medwedew unterrichtet und ist mit beiden noch recht gut befreundet. So einfach geht das in Russland.
In den meisten Vorlesungen sind wir nur zu dritt, die beiden anderen Austauschstudenten Aarni aus Deutschland und Emanuelle aus Frankreich. Die Vorlesung ist sehr interessant, da wir Einblicke in die russische Medienlandschaft bekommen und unsere Vortragende auch über die Zustände in Russland jenseits der Pressefreiheit berichtet. Schwerpunkt lag diesmal auf den Tageszeitungen. In Russland gibt es zahlreiche Tageszeitungen, auch mit unterschiedlichen Regionalausgaben, oder auch Gratiszeitungen wie etwa Metro oder мой райои. Unter den Printmedien gibt es einige Boulevardblätter, aber auch viele Qualitätszeitungen. Nur dass eben der Begriff Qualität in Russland nicht unbedingt Unabhängigkeit bedeutet… Doch es gibt einige Medien mit interessanten, gut recherchierten Geschichten und ansprechendem Layout. Man kann wohl erwarten, dass eine Zeitung, deren Budget gerade verachtundzwanzigfacht wurde, in der Lage ist, sich gute Journalisten und Grafiker leisten zu können. Diese Zeitung, Российская газета (was so viel heißt wie russische Zeitung) ist zufälligerweise das Amtsblatt der russischen Regierung…
Obwohl die russische Medienlandschaft weit entfernt von unabhängigem Nachrichtenjournalismus ist, finde ich es aber auch wichtig zu sagen, dass die Vorstellung vieler Europäer über Russland und deren Medienlandschaft wohl trotzdem nicht ganz der Realität entspricht.
Da das anfänglich schlechte Wetter sich in den letzten Tagen gebessert hatte, nutze ich den Rest des wunderbar sonnigen Nachmittages um die Stadt zu erkunden.
Mein „Glückstag“
Februar 19, 2008Der Tag fing eigentlich ganz viel versprechend an: die Sonne lachte vom Himmel und durchflutete mein Zimmer mit Licht. Da meine Vorlesung erst um zwei beginnen sollte, hatte ich genügend Zeit lang zu frühstücken. Am Vormittag wollte ich die Einladungsformulare von Birgit, Petra und Daniela in die dafür zuständige Agentur bringen. Davor ging ich noch kurz zur Bank um Geld abzuheben (die Einladungen kosten ja pro Stück an die 25 Euro). Ich ging zum gleichen Bankomaten wie üblich, schob meine Bankomatkarte hinein, tippte meinen Code ein, wählte einen Geldbetrag, nahm die Scheine entgegen und … wartete. Doch vergeblich, der Geldautomat verschluckte meine Karte und wollte sie auch nicht wieder hergeben. Als ich mich dann an den Schalter wenden wollte, riet mir eine Russin davon ab und meinte ich solle doch das Notfalltelefon an der Wand benutzen. Ich nahm den Hörer ab und sogleich hörte ich eine Stimme „ … if your card was captured, press 3 …“ Man würde meinen, dass wenn das Tonband auf Englisch ist, die Person am anderen Ende der Leitung, zu der man verbunden wird, auch der englischen Sprache mächtig ist. Fehlanzeige. Mit meinen paar Brocken russisch versuchte ich also mein Problem zu erklären und wurde schlussendlich mit einer englischsprachigen Mitarbeiterin verbunden, die mir riet, ich solle mich doch an den Schalter wenden.
Also schilderte ich der Angestellten dann mit Händen und Füßen, halb Russisch halb Englisch mein Problem. Sie meinte, dass der Geldautomat erst wieder morgen geleert werden würde und sie ein Fax von meiner Bank bräuchte mit deren Erlaubnis, mir die Karte morgen auszuhändigen zu dürfen. Meine Bank war so freundlich, so ein Fax zu schicken, obwohl sie wohl zum ersten Mal mit so einem Problem konfrontiert wurden. Ob ich meine Bankomatkarte jemals wieder sehen werde, wird sich wohl morgen zeigen…
Als ich dann nachmittags auf der Fakultät ankam, um meine erste Lehrveranstaltung zu besuchen, erfuhr ich dort, dass diese abgesagt wurde. Wenigstens konnte ich jetzt die Zeit nutzen, um noch ein paar Sonnenstrahlen zu tanken und einen ausgedehnten Spaziergang über die Haseninsel, an der Peter-und-Paul-Festung vorbei bis in die Wohnung zu machen. Bei strahlend blauem Himmel sieht es echt schön aus, wenn die Eisschollen die Newa hinunterziehen und man dort, wo im Sommer ein Sandstrand ist, jetzt durch den Schnee laufen kann.
Meine Pechsträhne war da aber leider noch lange nicht vorbei: am Abend schaffte ich es dann auch noch, mit einer einzigen Betätigung des Lichtschalters ein gesamtes Fotoprojekt eines Freundes meines Mitbewohners zu zerstören, der gerade in unserem Badezimmer seine Filme entwickelte. Der Film, den ich zerstört hatte, beinhaltete sämtliche Studioaufnahmen für ein Studiumsprojekt. Jeder Student darf nur ein Mal pro Monat ins Studio… Eigentlich war es ja nicht wirklich meine Schuld, da mir mein Mitbewohner kein Sterbenswort von der Fotosession gesagt hatte, aber irgendwie war das dann doch der krönende Abschluss dieses „Glückstags“.
Endlich Sonne!
Februar 14, 2008Nachdem wir nun endlich nach dem dritten Versuch tatsächlich unsere Fotos machen lassen konnten, spazierte ich mittags von der Wassilewski-Insel, auf der die journalistische Fakultät liegt, an der Newa entlang in Richtung Stadtzentrum. Zum allerersten Mal riss die graue Wolkendecke an mehreren Stellen auf. Nach und nach kam immer mehr blauer Himmel zum Vorschein und endlich lachte auch die Sonne hervor. Obwohl diese Stadt auch unter einer grauen Wolkendecke sehr schön ist: bei blauem Himmel und Sonnenschein ist es einfach wundervoll.
Das Wetter passte auch wunderbar zum Valentinstag. Wer denkt, dass die Russen ein unromantisches Volk sind, der irrt gewaltig: an jeder zweiten Ecke konnte man Herzen und Stofftiere kaufen, und es gab nicht wenige, die das auch taten. Russische Männer sind auch meist Kavaliere, tragen ihren Freundinnen die Handtaschen und schenken ständig Blumen. Deshalb findet man hier auch in wirklich jeder Straße einen Blumenladen. Ich habe heute auch in den „St. Petersburg Times“, die zwei Mal pro Woche auf Englisch erscheint, gelesen, dass einer neuen Studie zufolge 54% aller Russen gerade verliebt sind.
Am späten Nachmittag hatte ich meine erste Russischstunde. Zwei Mal die Woche kommt jetzt Sascha in meine Wohnung und bring mir russische Grammatik bei. Die Russin ist sehr nett und geduldig und ich merke, dass man in diesen Einzelstunden wahnsinnig viel lernt. Der Preis dafür ist Gott sei Dank für unsere Verhältnisse recht moderat.
Den Abend verbrachte ich dann mit Hanna und deren Arbeitskollegin Amelia bei einer „Sushi-Party“ in unserer Wohnung. Obwohl wir alle drei zum ersten Mal Sushi rollten, war das Ergebnis gar nicht so schlecht.
Russische Kultur, Sightseeing und mehr
Februar 9, 2008Meine erste Woche in Russland verbrachte ich meist damit, mir die Stadt anzusehen. Da der Beginn der Vorlesungen um eine Woche verschoben wurde, hatte ich auch genügend Zeit dafür. Das Stadtzentrum ist wirklich wunderschön. An jeder Ecke entdeckt man einen anderen Palast oder eine andere Kirche. Hier der Winterpalast, da die Erlöserkirche mit ihren bunten Zwiebeltürmen, dort die Isaakskathedrale mit ihren schon von weitem sichtbaren goldenen Kuppeln. Nur das schlechte Wetter trübt die Freude ein wenig. Dabei ist es nicht einmal sehr kalt. Aber der ständige Nieselregen, der manchmal in matschigen Schnee umschlägt, ist auf Dauer ein wenig unangenehm.
Nebenher versuche ich, meine Russischkenntnisse zu verbessern. Manche Glücksmomente (alleine Piroggen bestellen können) wechseln sich mit Situationen absoluter Hilflosigkeit ab (in der russischen Fastfood-Kette „чайная лошка“ – was soviel heißt wie Teelöffel – nicht einmal Blinis bestellen zu können).
Am Wochenende ging ich mit meinen Mitbewohnern in eine russische Bar und lernte eigenständig Getränke zu bestellen.
Nachdem mir Ruslan aufgetragen hatte, am Montag wieder in die Fakultät zu kommen, machte ich mich an diesem Vormittag auf und spazierte von der Wohnung aus durch die Stadt, sah mir ein Stadtviertel an, in dem ich noch nicht war, und erreichte nach gut eineinhalb Stunden die Straße, in der die Fakultät ist. Nur wenige Meter, bevor ich mein Ziel erreichte, klingelte mein Handy und Ruslan meint, dass ich doch erst mittwochs kommen sollte. Zwei Tage später stand ich also abermals in seinem Büro, bekam einen weiteren, erneut geänderten Stundenplan vorgesetzt und lernte bald darauf die beiden anderen Auslandsstudenten, Aarni aus Deutschland und Emanuele aus Frankreich, kennen. Der zweite Anlauf, Fotos für den Studentenausweis zu machen, scheiterte erneut. Aber wir sollten am Tag darauf wiederkommen. Dann sollte der fehlende Fotohintergrund geliefert worden sein.
Verfasst von irisburtscher
Verfasst von irisburtscher
Verfasst von irisburtscher 

